NACHRICHT VOM 21.02.2011 Verkehr: Bündnis "Bahn für Alle" startet Postkarten-Aktion an Minister Ramsauer Das Bündnis "Bahn für Alle" startete am Wochenende eine Postkartenaktion, mit
der Bahnkunden einen entschiedenen Kurswechsel in der Bahnpolitik von
Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer, CSU, fordern. "Stoppen Sie das
milliardenteure Projekt Stuttgart 21 und investieren Sie stattdessen in
einen funktionierenden DB Fern- und Nahverkehr" steht auf den Karten,
die seit Samstag in Stuttgart verteilt werden. Hitzekollaps und Winterchaos - Minister Ramsauer und Bahnchef Grube
äußern offen, dass die Bahn für den Börsenkurs auf Verschleiß gefahren
wurde. Die Investitionen fließen in Prestigeprojekte wie Stuttgart 21
und Auslandsinvestitionen. Bei Personal, Schienenetz und Zügen wird so
knapp kalkuliert, dass Zugstörungen und -ausfälle zum Normalbetrieb werden.
Auch an der Sicherheit werde gespart. So hätte die Installation der automatischen Sicherheitstechnik (PZB) das Unglück von Hordorf, das vor drei Wochen zehn Tote forderte, verhindern können. Ihr Einsatz im
gesamten Netz würde gerade einmal dreißig Millionen Euro kosten – ein Bruchteil der sieben Milliarden Euro Kosten, die die Bahn offiziell für Stuttgart 21 und die Neubaustrecke Stuttgart-Ulm veranschlagt,
Die Kosten für Stuttgart 21 haben sich schon vor Baubeginn verdoppelt,
trotzdem ist der Tunnelbahnhof auch als Stuttgart 21 Plus weniger leistungsfähig als der bestehende Kopfbahnhof. Der Kopfbahnhof funktioniert seit Jahrzehnten, hat ausreichende Kapazitätsreserven für
wachsenden Bahnverkehr und könnte mit vertretbarem Aufwand als "K 21"
modernisiert werden.
Noch sind die Milliarden für Stuttgart 21 nicht verbaut und die vielzitierten Verträge für den Bau bestehen zum Großteil zwischen einem öffentlichen Unternehmen, der Deutschen Bahn, und öffentlichen
Körperschaften wie Bund, Land und Stadt. "Minister Ramsauer muss jetzt
die Notbremse für das Projekt Stuttgart 21 ziehen und in der Bahnpolitik
radikal umsteuern", fordert Monika Lege vom Bündnis Bahn für Alle. "Der
Privatisierungskurs ist gegen die Wand gefahren. Wir brauchen keinen
Kellerbahnhof in Stuttgart sondern eine kundenfreundliche Bahn für´s
ganze Land." Diese Woche erscheint die mittlerweile 11. Auflage das Faltblatt vom
Bündnis Bahn für Alle. Es ist dem "Reiseplan" der DB nachempfunden und
informiert über Stuttgart 21 und die Folgen einer Bahnpolitik informiert, die auf Gewinnmaximierung ausgerichtet ist. (kk, 21.02.2011)