NACHRICHT VOM 22.11.09
Kampagne: "Bio kann mehr!" in Aurich gestartet
Im Nordwesten Deutschlands startete am Freitag "Bio kann mehr!", die Informations-Kampagne der Bio-Fachgeschäfte. Bio-Markt Baier sowie Gröön un Goot, beide aus Aurich, sind die ersten Fachgeschäfte der Region, die Verbraucher auf die Besonderheiten von Naturkost aufmerksam machen. "Bio kann mehr!" in Niedersachsen ist Teil der nationalen Kampagne, die vom Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) Herstellung und Handel e.V. initiiert wird.
Im Mittelpunkt stehen Info-Materialien mit ungewohnten Motiven: Lebensmittel, Tiere oder auch Pflanzen schlüpfen in die Rolle des Neugierigen. Da will zum Beispiel eine knackig rote Erdbeere von ihrer Bio-Kollegin wissen: "Joghurt ohne Aromazusatz – gibt’s das überhaupt?", oder ein Baum fragt ein riesiges Windrad: "Echter Klimaschutz – was heißt das eigentlich?" Antworten auf alle Fragen geben Info-Flyer, die Website www.bio-kann-mehr.de und nicht zuletzt die Fachverkäufer in den Läden. Auf das persönliche Gespräch legt auch Maria Baier, Mitinhaberin von Bio-Markt Baier, Wert. Sie ist ärztlich geprüfte Gesundheitsberaterin und gibt unter anderem zu Ernährungsfragen Antworten: "Gerade zur Weihnachtszeit, wenn Plätzchen und andere Naschereien gebacken werden wollen, stellen Kunden immer wieder Fragen zu Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Ihnen geben wir fachlich fundierte Antworten und bieten gleichzeitig Alternativsortimente und bewährte Rezepte." Aktuelle Kampagnen-Flyer mit den Themen "Service für Allergiker", "Natürlicher Geschmack" und "CO2-Vermeidung" ergänzen die Beratung. Weitere Themen werden im Laufe der Kampagne in Flyern aufgegriffen.
Warum Bio mehr kann
Die Kampagne unterstreicht anhand von Beispielen warum, Bio mehr kann als der bloße Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutz- und Düngemittel.
Beispiel Aromen: Die EG-Bio-Rechtsvorschriften erlauben keine naturidentischen oder künstlichen Aromastoffe, wohl aber "natürliche" Aromen und Aromaextrakte. Doch "natürliche Aromen" können auch Aromen sein, die großtechnisch produziert und nicht unbedingt aus dem Ursprungsprodukt selbst gewonnen werden. Naturkostunternehmen wie Lebensbaum, Heuschrecke oder Ökotopia verzichten auf solche Aromen wo immer es geht und setzen lieber auf den ursprünglichen Geschmack direkt aus der Natur. So verwenden sie für ihre Bio-Tees ausschließlich Früchte, Gewürze oder Aromaextrakte (wie ätherische Öle oder Vanilleschotenextrakt).
Beispiel Klimaschutz: "Greenwashing", also das vordergründige Schönreden vereinzelter ökologischer Maßnahmen, findet bei Naturkostherstellern und –händlern nicht statt. Viel mehr setzen sie auf echten Klimaschutz, indem sie dem Prinzip "Vermeiden – Reduzieren – Ausgleichen" folgen. Das heißt, zunächst wird versucht, einen Kohlendioxid-Ausstoß zu vermeiden oder zu reduzieren. Erst wenn Emissionen unvermeidbar sind, kann der Ausgleich durch den Kauf von anerkannten Klimaschutz-Zertifikaten erfolgen.
Schwerpunkt "Bio aus der Region"
"Bio aus der Region" ist ein weiteres Leitmotiv der Kampagne. Vor diesem Hintergrund begrüßt Elke Röder, Geschäftsführerin des BNN Herstellung und Handel e.V., das regionale Engagement der beiden Fachmärkte aus Aurich: "Bereits vor zwei Jahren haben Bio-Markt Baier und Gröön un Goot mit dem regionalen Großhändler Kornkraft das 'Bio von hier'-Sortiment eingeführt. Glaubwürdiger können zentrale Naturkost-Werte wie Regionalität, Transparenz und Bio aus Überzeugung nicht vermittelt werden." Die speziell gekennzeichneten Produkte stehen für kurze Transportwege, Sicherung regionaler Arbeits- und Ausbildungsplätze und bestmögliche Frische. Die Bedeutung von Naturkost für die Region Ostfriesland unterstreicht auch Prof. Dr. Reinhard Pfriem, Vorsitzender von ONNO, einem Verein, in dem unter anderem zahlreiche Bio- und andere regionale Qualitätserzeuger aus Ostfriesland zusammengeschlossen sind: "In Ostfriesland liegt der Anteil landwirtschaftlicher Bio-Betriebe noch deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Umso wichtiger ist das 'Bio-von-hier'-Konzept, um die ökologische Qualität regionaler Angebote zu stärken."
Der Kampagne "Bio kann mehr!" liegt der im Herbst 2008 verabschiedete BNN-Kodex zugrunde. In dieser Selbstverpflichtung formuliert die Naturkostbranche Werte und Normen ihres Handelns.
(kk, 22.11.09)